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Manowar – The Final Battle World Tour @ Berlin 2017-11-29

Ich finde, es gibt Bands, die man* mal gesehen haben sollte, zumindest wenn man sich im Bereich des Metal bewegt. Manowar gehört meiner Ansicht nach auf jeden Fall dazu und bisher habe ich es tatsächlich noch nicht geschafft (Shame! Shame!). Es wurde also Zeit … und als sich die Gelegenheit im Laufe des Jahres ergab, da habe ich für zwei sehr geile Menschen und mich die Chance ergriffen und die Karten organisiert. Bei satten 90,-€ pro Nase durften wir ja echt was erwarten…

Am 29. November dieses Jahres war es dann soweit, ich hatte zwar noch eine ca. zweistündige Anreise, aber das sollte mich natürlich nicht davon abhalten, ins alt-ehrwürdige Tempodrom nach Berlin zu fahren, wo ich zuvor erst einmal zu einem Konzert war – mit einer ausgesprochen interessanten und letztendlich positiven Erfahrung.

Nach der üblichen Prozedur – anstehen in der Kälte, mehr oder weniger intensiv abgetastet werden, Klamotten an der Garderobe abgeben, Getränk erwerben – standen wir im (zum Glück unbestuhlten) Innenraum. Mit sanfter klassischer Musik wurden wir dort auf das anstehende Donnergrollen vorbereitet, auf der Screen hinter der Bühne war Joey DeMaios anstehende Spoken-Word-Tour angekündigt.

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Bühne mit DeMayos Tour-Plakat.

Erster Aufreger waren für mich die Schilder, die das Aufnehmen von Fotos oder Videos verboten, verbunden mit der Forderung, das bitte zu respektieren. Wo und wann leben wir denn bitte? Beim Versuch zwischenzeitlich Fotos zu machen wurde ich tatsächlich von einem Ordner aufgefordert, das umgehend zu unterlassen. Für mich ein klarer Fall einer Band, die sich der aktuellen Entwicklung verschließt, weil sie keine Antwort darauf hat, wie sie das Interesse und die Energie ihrer Fans positiv für sich selbst und ihre Fans nutzen kann, um Neues zu entwickeln. Das ist einerseits traurig, andererseits so rückwärts gewandt, dass ich mich nicht weiter damit befassen möchte.

Dann ging es auch los mit einem definitv adäquaten Einsteiger Manowar und während die Herren es krachen ließen, hörten die Fans vor allem Bass und Basedrum. Alles schön und gut, ich würde aber gerne auch was von Gitarre und Gesang mitbekommen. Das konnte das Mischpult dann auch bald relativ gut korrigieren, so dass es in der Folge besser wurde.

Mit Blood of My Enemies, Metal Warriors und Brothers of Metal Part I ging es in der Folge weiter, wobei eine von mir sehr geschätzte Qualität der Band zum Tragen kam, nämlich mit geschickten Übergängen smooth in den jeweils nächsten Song hinüberzuleiten. Keine Pausen, sondern hoch professionelles Integrieren und Aufbauen der Spannung. Diese Professionalität zog sich über weite Strecken des Gigs.

Mit dem fünften Song Mountains waren wir nicht nur in der romantischen Ecke – endlich hatte auch der zuständige Roadie den Schalter für die Background-Screen gefunden, sodass jetzt auch optische Untermalung der musikalischen Leistung geboten wurde. Damit sind wir aber auch gleichzeitig in einer Grenzregion angelangt. Bei aller sog. „Trueness“ ist das ganze Heldengetue auch oft an der Grenze zur Albernheit und meiner Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß. Wer das nicht abkann, ist bei Manowar natürlich definitv falsch – oder schlicht unvorbereitet! Manchmal kann ich es ertragen und mich daran erfreuen – und manchmal ist meine persönliche Grenze überschritten. So auch in diesem Moment, als der künstliche Nebel über die Bassboxenphalanx kroch und ich mich an die ersten Musikvideos der 80er erinnert fühlte …

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Der Nebel kriecht über die Boxenberge …

Kurz danach folgte das unvermeidliche Heart of Steel … und da wir uns gerade auf deutschem Boden befanden natürlich in der deutschen Version Herz aus Stahl. Was hier in Berlin natürlich aus Sicht von Band und Fans ein absolutes Muss ist, bleibt insofern erträglich, als dass uns der Gastauftritt von Doro erspart blieb. Die wirklich true’en Fans feiern derweil diese Darbietung dankbar.

In der Folge plätschert für mich das Konzert so ein wenig vor sich hin, abgesehen von wenigen Lichtblicken, beispielsweise Sons of Odin aus dem von mir persönlich sehr geschätzten Gods of War Album. Ich bin halt kein wirklich true’er Manowar-Fan. Davon sind aber schon einige anwesend, die sichtlich Spaß haben, auch wenn die Gesamtstimmung sich eher in Grenzen hält.

Wichtige Erkenntnis, die sich zwischenzeitlich bei mir ausbreitete, ist, dass wohl die ehemaligen Grafik-Programmier der 80er-Jahre Commodore-Amiga-Spiele eine neue Heimat gefunden haben. Das grafische Niveau der Animationen auf den Background-Screens geht nicht wirklich darüber hinaus. Künstliche Asteroiden, Burgmauern und endlose Treppen waren auch vor 30 Jahren schon auf den Bildschirmen unzähliger Computer in zahlreichen Haushalten zu sehen. Wobei sicherlich als Fortschritt zu bewerten ist, dass es – vor allem in der zweiten Hälfte der Show – in den Animationen Einspielungen der Livecam gab.

Über Soli kann ja jeder denken, was er will. Ich persönliche brauche sie nun nicht – es hat aber echt was von Old School, was Bands aus den 80ern halt manchmal so veranstalten. Die von Joey DeMaio waren technisch in keinster Weise angreifbar – zumindest nicht für mich – und insgesamt recht sympathisch. Als Amerikaner in Deutschland dann noch in ziemlich gutem Deutsch das amerikanische Bier für Pisse zu erklären und das deutsche für das Beste der Welt … das kommt (natürlich) an. Den Band-Kollegen gönnt er zwischnezitlich natürlich die wohlverdiente Pause, damit sie sich für den Endspurt klar machen. Wir trinken derweil noch eine Gerstenkaltschale und harren der Dinge, die da kommen.

Und die Dinge, die da kommen, nehmen mehr und mehr Fahrt auf. Sei es der steigende Alkoholkonsum der Fans, sei es die hohe Professionalität der Band, die in über 30 Jahren Geschichte weiß, wie sie die Meute zum Kochen bringt – es funktioniert! Während die grafischen Animationen nicht an Wert gewinnen, entwickelt sich das Zusammenspiel zwischen Band und Publikum zunehmend besser. Fighting the World, Kill with Power, Sign of the Hammer – es läuft!

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Die Meister in voller Action.

Mit Battle Hymn erreichen wir dann einen ersten Gipfel, doch der entpuppt sich retrospektiv nur als Ausguck auf die nachfolgenden Höhepunkte. Als die Herren Warriors of the World United erklingen lassen, haben sie scheinbar auch den letzten Menschen im Raum erfasst. Es wird zelebriert – von beiden Seiten. Endlich kann auch die letzte Kehle aus vollem Herzen gröhlen

Brothers everywhere
Raise your hands into the air
We are warriors,
Warriors of the world.

Like thunder from the sky
Sworn to fight and die
We are warriors,
Warriors of the world.

Das ist dann genau der Moment, an dem ich weiß, warum ich hier bin. Das ist true. Das ist ehrlich und wahrhaftig. Dafür stehen Manowar und das geht richtig geil rein.

Direkt darauf folgt das bisher noch fehlende Hail and Kill und die willige Menge ist mit voller Begeisterung bei der Sache. Ja, das ist Manowar, wie auch ich mir das vorgestellt habe – und versuche dabei nicht zu sehr auf die wirklich erbärmliche Animation einer abbrennenden Burg hinter den Herren zu achten. Ich bin hier für das Erlebnis und den ganzen Spaß!

Und dann sind sie auch schon fast weg … Joey tötet zeremoniell eine Saite nach der anderen seines Basses, rollt sie schön zusammen und verteilt sie an die Fans in den ersten Reihen. Die haben sich das auch verdient. Zum heldenhaften Abtritt gibt es dann vor der Animation von Schwarz-Rot-Gold noch The Crown and the Ring. Als Outro OK, auch wenn die Meister das hätten direkt hier und jetzt selbstpersönlich vorführen können …

Mein persönliches Fazit: Endlich habe ich Manowar gesehen – sie sind in die Jahre gekommen und doch der Pubertät kaum entwachsen. Sie haben eine hohe Professionalität erreicht und technisch gibt es wohl nur wenige, die ihnen etwas vormachen können. Diese Truppe ist wirklich gut eingespielt und abgestimmt. Die wissen, wie es geht. Die Stimme von Eric Adams ist in Anbetracht seines Alters wirklich bemerkenswert stark und in ihrer Bandbreite beeindruckend. Ob das zentrale Thema von Manowar allerdings heute noch funktioniert? Teilweise ja, für mich nur sehr bedingt.

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Eric Adams in vollem Einsatz

War die Investition von 90,-€ gerechtfertigt? Aus meiner Sicht nein! Ich bekomme für weniger Geld wesentlich mehr geboten bei vielen Nachwuchsbands und semi-bekannten Acts. Bei aller musikalischer Professionalität und der Menge and Basspower, so dass es bis in die Haarspitzen zittert (cooles Gefühl übrigens) – die optische Unterstützung ist alles andere als zeitgemäß. Die Thematik der Band ist inzwischen deutlich outdated – was dir aber als thematische Band passieren kann.

Bei Bands gleicher Kragenweite bekomme ich auch mehr für mein Geld. Mir bleibt der Eindruck, hier wird noch einmal schnell Geld gemacht, bevor es nicht mehr geht. Ich möchte nicht für eine billige Show einen Premiumpreis bezahlen. Und wenn ich ein Handyfoto machen möchte, nicht auch noch von Offiziellen angepöbelt werden …

Trotzdem – ich habe Manowar gesehen! Das ist gut und richtig so. Der Preis wird bald vergessen sein und das Erlebnis unter einem Haken „Ich war dabei!“ verborgen werden: We are warriors of the world!

Setlist

  • Manowar
  • Blood of My Enemies
  • Metal Warriors
  • Brothers of Metal Pt. 1
  • Mountains
  • Fallen Brothers – Karl’s Solo
  • Herz aus Stahl
  • Secret of Steel
  • Spirit Horse of the Cherokee
  • Call to Arms
  • Sons of Odin
  • Kings of Metal
  • Sting of the Bumblebee
  • Joey redet und spielt mit seinem Bass alleine rum
  • Fighting the World
  • Kill with Power
  •  Sign of the Hammer
  •  The Power
  •  Battle Hymn
  •  Warriors of the World United
  • Hail and Kill
  • Black Wind, Fire and Steel
  • The Crown and The Ring (Outro)

* Ich verzichte im gesamten Text auf das irgendwie verkrampft geschriebene Gendering, ohne den Respekt für alle Ausprägungen zu verlieren. Es schreibt und liest sich meiner Ansicht nach einfacher so, wie ich es standardgemäß verwendet habe.

    Die Metal Hammer Awards 2017 – Teil 1

    Am Freitag den 15. September 2017 war es mal  wieder soweit:

    Im Berliner Kesselhaus wurden die Metal Hammer Awards  vergeben. Der schwarze Teppich wurde ausgerollt und ein Abend mit würdigen Preisverleihungen und mitreißenden Konzerten konnte beginnen.

    Dieses Jahr war euer Metal Circle-Team auch mit einer Presseakkreditierung und Fotopass vertreten und kann euch dieses Jahr qualitativere  Fotos liefern als unser kleiner Fanbericht vom letzten Jahr.

    Die Metal Hammer Awards sind schon ein besonderes und irgendwie auch recht ungewöhnliches Event. Die seit 2009 jährlich stattfindende Vergabe der Awards hat sich mittlerweile, als eine Art kleine Oscarverleihung etabliert und weist hier doch anfangs auch ziemliche Parallelen zu einer Echo-Verleihung auf.

    Vor dem Eingang des Kesselhauses ist der schwarze Teppich ausgerollt und mit einer Absperrung werden hier Fans und Musiker zumindest für den Moment getrennt.

    Davor stehen nämlich rund um die Kulturbrauerei auch einige Bierbuden und so ist es möglich hier schon mal mit den Mitgliedern von Dool oder Orden Ogan ein Bierchen zu zischen und zu quatschen. Vorausgesetzt man erkennt diese und traut sich auf die Musiker zuzutreten. Das mit dem Erkennen ist so eine Sache… Klar weiß man wie Sandra Nasic auf der Bühne aussieht, aber wer erkennt denn Henning Rümenapp und Dennis Poschwatta und Stefan Ude losgelöst voneinander dennoch als Guano Apes?

    Oder wer erkennt Powerwolf ohne Schminke…Gut, dass zumindest der Nameless Ghoul von Ghost einigermaßen auffiel.

    Nameless Ghoul (Ghost)

    oder wenn von einer Band nur der Bassist vertreten ist. So war es beispielweise als der große Sabaton-Panzer vorrollte und nur Pär Sundström ausstieg.

    Pär Sundström (Sabaton)

    Doch auch ohne die vollständige Band kann man sich hier freuen mit den Musikern ein bisschen zu klönen und dabei auch das ein oder andere Foto abzugreifen.

    Gwen und Oversense

    Tim und In Extremo

    Nachdem der Großteil der schwarzenSternchen der Metalszene über den Teppich ins Kesselhaus gelangt war ging es drinnen los.

    Kate Kaputto die vor allem als Radiomoderatorin bei ENERGY Berlin bekannt ist, führte mit ein wenig Abwechslung mit Thorsten Zahn dem Chefredakteur des Metal Hammer  durch den Abend.

    Drinnen war es ein bisschen weniger Echo und dafür um einiges mehr Konzert zumindest für die Fanseite.

    Oversense

    Den Abend eröffnete Oversense , welche den Bandcontest um den Supportslot gewonnen hatten. Die jungen Franken machten gute Stimmung und verzauberten mit ihren abwechslungsreichen und sehr stimmungsvollen Stücken.

    Oversense

    Vor allem Freunden von experimentellen Powermetalstücken würde ich empfehlen mal in ihr lohnenswertes Album „Dreamcatcher“ oder in den Neuling „The Storytellerreinzuhorchen.

    Sänger Danny gab stimmlich alles was er hergeben konnte und pushte ordentlich die Stimmung. Oversense waren hier wirklich genial als Opener ausgewählt und machten einen guten Job. Soviel Sympathie und musikalische Stärke verleite dann zumindest mich auch direkt zum Albumkauf. 😉

    Bildergalerie vom Auftritt

    Setlist
    Mackie
    Purgatory
    White Wolf
    When the Undead Rise
    Indian Warrior

    Erste Awardverleihungen

    Dann ging es auch schon an die Verleihung der ersten Awards.

    Kate Kaputto führt durch den Abend.

    Für die Kategorie Up and Coming durfte Thomas Lindberg von At the Gates die Band Night Demon  beglückwünschen.

    Night Demon erhalten den Award für die beste Newcomerband.

    Der Award für die Best Metal Anthem wurde von Samael  an Ghost  für Square Hammers  übergeben.

    Der Nameless Ghoul nimmt den Award für die beste Metalhymne entgegen.

    Der Award für die Beste Liveband durfte Kate Kaputto dann persönlich an eine Größe übergeben, die wir noch am selben Abend Live erleben durften: In Extremo .

    Bei der Verleihung für den Award für die Beste Internationale Band konnten die geehrten Metallica leider nicht persönlich anwesen sein, sendet allerdings zumindest eine kleine Videobotschaft.

    Den Award für Maximum Metal erhielt dieses Jahr kein Künstler sondern ein Festival:

    Das berühmte  Wacken Open Air. So ging der Award an den Wackenveranstalter Holger Hübner.

    Nach dem der erste Block Nominierungen abgearbeitet war konnten die zweite Live Band des Abends die Bühne betreten:

    Orden Ogan

    Die Power- und Folkmetal Kombi hatte sich hier mit dem Bühnenbild extrem Mühe gegeben.

    Es machte den Eindruck als Befände man sich in alten Schützengräben und müsste vor der geballten Kraft der Musik die einem entgegengeschleudert wurde in Deckung gehen.

    Die erfahrene Band bereitete eine gute Show und gaben einige Stücke ihrer neuen Scheibe Gunmen zum Besten.

    Episch und mächtig wie schon im Release Video war auch die gebotene Show.

    Danach ging es auch schon weiter mit den letzten Preisverleihungen des Abends.

    Best Debut  ging an Dool für ihr Debütalbum „Here Now, There Then“.

    Die Niederländerin nahm es mit etwas Humor, dass sie als Newcomer noch recht unbekannt waren wörtlich „I don’t even think that half of the guys know who we are, but we don’t give a shit!“ mit einem schelmischen Grinsen reimte Ryanne noch „We have free Beer and it’s good to be here! 😉“

    Der Award für das Beste Album des Jahres ging hier treffenderweise an die Band, die dieses Album auf den Metal Hammer Awards des letzten Jahres released hatte: Heaven Shall Burn für Wanderer.

    Teil 2

    Es folgten noch drei weitere Kategorien mit starken Laudatoren und natürlich auch den entsprechenende Preisträgern, sowie das großartige Abschließende Konzert von In Extremo.

    Hierauf dürft ihr aber im zweiten Teil unseres Artikels zu den Metal Hammer Awards gespannt sein…

     

    Am Abend der Awards wurde von Metal Hammer zu dem ein Livestream übertragen, der als Aufzeichnung immer noch zugänglich ist. Wer also die verpasste Show noch einmal sehen möchte hat hier erneut die Chance.

      Chester Bennington – Ein Nachruf

      Wie viele anderen habe auch ich am 20.Juli mit Bestürzung die Meldung entgegengenommen:

      Chester Bennington, bekannter Lead-Sänger der Band Linkin Park wurde im Alter von 41 Jahren am 20. Juli 2017 tot bei sich zu Hause in Palos Verdes Estates in Kalifornien aufgefunden. Dieser Artikel soll sich hier nicht mit den intimen Einzelheiten beschäftigen wie die Umstände waren oder was dazu geführt hat, sondern sollen einfach eine kurze Ehrung seiner musikalischen Hinterlassenschaft und der persönlichen Bedeutung für mich sein.

      Anfänge

      Chester Bennington wurde am 20. März 1976 in Phoenix Arizona geboren. Schon früh entdeckte er seine kreative Seite und nutzte die Musik als Ventil, um schlechte Erlebnisse zu verarbeiten und sich auszudrücken.

      Er war nicht nur Sänger, sondern spielte ebenso Gitarre und Klavier. Wobei er für seine herausstechenden Vocals besonders bekannt war. Er wird als „Screaming Tenor“ beschrieben und hatte eine Range von G2 bis rauf zu G5. Besonders seine Wechsel vom melodisch-melancholischen bis in heftige emotionale Screams machten seine Gesangsparts sehr charakteristisch. Seine Vorbilder waren Bands wie Depeche Mode oder die Stone Temple Pilots.

      Seine Gesangskarriere begann 1993 im Alter von 17 Jahren mit seinem Kumpel Sean Dowdell in dessen Band „Sean  Dowdell and his friends“, die sich noch im selben Jahr in „Grey Daze“ umbenannte. Der Erfolg der beiden Alben war bis auf einen gemeinsamen Song mit B12 in 1997 eher bescheiden und 1998 folgte nach 5 Jahren die Auflösung. In diesem Jahr wechselte Bennington zu Xero die sich daraufhin in Hybrid Theory umbenannten. Die erste in Eigenregie veröffentlichte EP in 1999 hatte leider nicht den gewünschten Erfolg.

      Linkin Park

      2000 wurde mit Warner Music Group ein Verleger gefunden und am 24. Oktober 2000 wurde das erste Album „Hybrid Theory“ der Band nun unter dem Namen „Linkin Park“ veröffentlicht. Es schlug unglaublich ein und wurde 24 Millionen mal verkauft.

      2003 folgte Meteora, 2007 Minutes to Midnight, 2010 A Thousand Suns, 2012 Living Things, 2014 The Hunting Party und 2017 One More Light, sowie diverse Veröffentlichungen von Live Alben.

      Der besondere Sound der Band machte neben dem neuen Mix aus Rap und Metal (Auch Crossover oder Nu Metal genannt). Vor allem der Wechsel zwischen dem Gesang von Chester und den gerappten Parts von Mike Shinoda aus.

      Soloprojekt

      2009 versuchte er einen Start mit seinem Soloprojekt „Dead by Sunrise“ und dem Album Out of Ashes. Der dunklere und nicht von Rap unterbrochene Sound ist jedem Rock und Chester Bennington-Fan sehr zu empfehlen.

      Stone Temple Pilots

      2013 wurde einer von Chesters Jugendträumen wahr und er ersetzte von 2013 bis 2015 Scott Weiland als Sänger der Stone Temple Pilots und nahm mit ihnen das Album High Rise auf.

      Die letzte Tour von Linkin Park zu One More Light konnte aufgrund des Todes von Chester leider nicht mehr stattfinden.

      Persönliches

      Die Musik der Band mag sich mit der Zeit immer weiter vom Metal entfernt haben, aber Chester Intensität, mit welcher er die Musik lebte hat sich gehalten, wie man noch in jüngeren Live Auftritten sehen kann. Er hatte eine unglaubliche Stimme und vor allem eine besondere emotionale Art zu singen, die mitgenommen hat und besonders meine Generation und insbesondere meine Jugend sehr geprägt hat.

      Die innere Zerrissenheit, die man spüren und nachempfinden konnte über innere und äußere Kämpfe, hat einen mitgenommen. Melodische Parts spiegelten die innere Verletzlichkeit und Screams den Kampf, das Verletzt-sein und das Weitermachen.

      One Step Closer, Crawling, In The End, A Place for my Head, Don’t Stay, Somewhere I Belong, Easier to run, Faint, Breaking the Habit, Numb, Given Up, Shadow of the Day…alles Songs die mich und viele andere prägten.

       

      Ein großes Danke von mir, dass es diesen Mann gab und an ihn für was er mir weitergab, ohne dass wir uns je persönlich kannten!

      Quellen:

      Wikipedia Quellen wurden verwendet aber immer gewissenhaft gegengeprüft.

       

      Bild von: http://wallpapercave.com/w/wp1933148

      http://www.imdb.com/name/nm1057933/bio

      http://therangeplace.boards.net/thread/513/chester-bennington

      https://de.wikipedia.org/wiki/Chester_Bennington

      https://de.wikipedia.org/wiki/Grey_Daze

      https://de.wikipedia.org/wiki/Linkin_Park

      https://de.wikipedia.org/wiki/Dead_by_Sunrise

        Metal Hammer Awards 2016

        Die Oscarverleihung des Metal

        Am Freitag den 16. September 2016 war es mal  wieder soweit:

        Im Berliner Kesselhaus wurden die Metal Hammer Awards 2016 vergeben. Der schwarze Teppich wurde ausgerollt und ein Abend mit Stars und Sternchen der dunklen Szene, mitreißenden Konzerten und sogar einem Album Release konnte beginnen.

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          Nightwish in Lyon : Endless Forms Most Beautiful

          Endless Forms Most Beautiful so titelte die letzte Tour von Nightwish mit den beiden Supportern amorphis und Arch Enemy .

          Schauplatz des Geschehens: Lyon am 23.11.2015 in der Hall Tony Garnier, mein erstes Metalkonzert in Frankreich.

          Leider hatte das Konzert keinen so unbeschwerten Standpunkt wie sonst, da nur 10 Tage zuvor im Bataclan in Paris ein Anschlag des IS verübt worden war, bei dem das Konzert der „Eagels of Death Metal“ gestürmt wurde und 83 Menschen ums Leben kamen. Seitdem herrscht in ganz Frankreich erhöhte Wachsamkeit und natürlich Furcht vor weiteren Anschlägen.

          Dennoch hatten wir beschlossen, uns das Konzert nicht nehmen zu lassen. Ironischerweise hatten wir dadurch sogar ein wenig Glück im Unglück, denn vermutlich ist dieser Tatsache geschuldet, dass das Konzert noch nicht ausverkauft war.

          Um 18:30 Uhr – eine halbe Stunde nach Einlass war es vor der Halle relativ leer, man kam gut durch die Sicherheitsschleuse, die besonders gründlich abtasten und es gab auch keine Schlange vorm Ticketschalter.

          40€ für ein Innenraum-Ticket. Für die Tribünen gehen die Preise noch mal rauf.

          Die Hall Tony Garnier in Lyon fasst gut 17.000 Leute und ist damit die zweitgrößte Konzerthalle in ganz Frankreich nach dem Bercy in Paris, in welchem die gleiche Kombo zwei Tage später spielte.

          Dennoch habe ich sie mir ein wenig größer vorgestellt, aber das liegt vielleicht auch an dem ungewohnt flachen, dafür sehr breiten Bau.

          Drinnen ist die Halle nur etwa halb voll. Erster Schock beim Blick auf den Bierpreis 0,5l Carlsberg für 7€. Zugegebener Maßen nicht ganz so überraschend, nachdem man bei fast jeder Kneipe hier etwa 6,50€ für einen halben Liter Gezapftes zahlt.

          Während ich tief in die Tasche greife und 14€ rausrücke ordert ein ziemlicher Schrank hinter mir tatsächlich „une petite bière“. Schwachtrinker… oder arme Sau. Eventuell muss das Geld ja noch für die Cola der Kiddies reichen, denn es herrscht ein auffallend gemischtes Publikum von jung bis alt vor und auch einige kleine Familienausflüge kann man hier antreffen.

          amorphis

          Hinter der Bühne kündigt schon eine große amorphis Flagge die erste Band an und als um halb Acht das orientalisch anmutende Intro zu „Death of a King“ gespielt wird, ist der zuerst nur halb volle Saal bis zum letzten Platz besetzt. Die Franzosen lassen sich also zum Glück trotz der Angst ihren Spaß nicht nehmen.

          Amorphis in LyonAmorphis heizen der Menge ein

          Die Finnen legen einen Top Auftritt hin bei dem für jeden was dabei ist und Lust auf mehr macht. Melodische schnelle Riffs, hämmernde Drumms und ein abgestimmter Wechsel zwischen gutturalem und cleanem Gesang sowie Geshoute kommen bei allen gut an und bereiten auf den nächsten Top Act vor. Die gute halb/halb-Mischung aus Altbekanntem und Neuvorstellungen von „Under The Red Cloud“ sind gut ausgewählt.

          Nach etwa 40 Minuten verlassen die Finnen die Bühne und die Umbauzeit lässt genug Zeit um die Örtlichkeiten aufzusuchen.

          Setlist amorphis

          Setlist amorphis
          1 Death of a King
           2  Sacrifice
           3  Hopeless Day
           4  Bad Blood
           5  Drowned Maid
           6  Silver Bride
           7  The Four Wise Ones
           8  House of Sleep

           

          Arch Enemy

          Um 20:30 Uhr wird die Halle schlags dunkel und „Yesterday is Dead and Gone“ beginnt. Mit der Zeit kommen die Schweden auf die Bühne und als Alissa White-Gluz loslegt geht’s ab. Die Frau hat Power! Gekonnt peitschen die Riffs und Alissa in metallenem Look mit ihren wehenden blauen Haaren growlt sich die Seele aus dem Leib. Aber das Set wird nicht einfach runtergespielt. Die geborene Kanadierin legt viel Wert auf Interaktion mit dem Publikum und ruft in sehr gutem Französisch zum Feiern und Moshen auf.

          Arch Enemy in LyonArch Enemy

          Die geballte Energie wird etwas runtergefahren als sie über die Nacht vom 13. Februar spricht und dass sie stolz darauf ist, dass sich dennoch viele von der Angst nicht klein kriegen lassen und zahlreich erschienen sind.

          Dennoch hat es einem etwas komischen Beigeschmack als, als nächstes Lied „War Eternal“  angekündigt wird, wo Frankreich doch gerade dem IS den Krieg erklärt hat.

          Gefeiert wird trotzdem.

          Die Songs vom letzten Album  kommen gut an. Besonders geht die Menge bei „You Will Know My Name“  ab, als sich zaghaft ein erster Moshpit bildet. Es wird gesprungen, geklatscht, gebangt und mitgegrölt.

          Zum Abschluss wird „No Gods, No Masters“ hinterher gepeitscht und der Klassiker „Nemesis“  bevor die Gruppe die Bühne verlässt darf auch nicht fehlen.

          Setlist Arch Enemy
          1 Yesterday is Dead and Gone
          2 War Eternal
          3 Ravenous
          4 Stolen Life
          5 You Will Know My Name
          6 As The Pages Burn
          7 Under Black Flaggs We March
          8 Avalanche
          9 No Gods, No Masters
          10 Nemesis

           

          Nightwish

          Danach fällt der Vorhang und das nicht nur wörtlich. Ein schwarzes Tuch verdeckt die Bühne um Nightwishs Auftritt vorzubereiten. Besonders die Pyrotechnik ist angekündigt worden, teilweise auch über Lautsprecher. Ich vermute mal das liegt nicht an der Schreckhaftigkeit der Franzosen, sondern ist eher eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme, damit die Knalle nicht mit Schüssen verwechselt werden.

          Um 21:30 ist es dann endlich soweit.

          Die Menge wird in Dunkelheit gehüllt und der Introtext von „Shudder Before the Beautiful“  wird eingespielt

          Dann knallt die Pyro, der Vorhang fällt, die Feuer brennen und Nightwish betritt die Bühne. Neben der Pyrotechnik ist nun im Hintergrund auch ein großer Screen auf dem sehr fantasymäßige Gegenden animiert werden. Manchmal vielleicht ein bisschen zu fantastisch.

          Nightwish in LyonNightwish

          Aber das ist erstmal egal. Die Band rockt und wird gefeiert. Floor Jansen bietet stimmlich eine astreine Performance und man merkt, dass sie Perfekt ins Ensemble passt. Die ersten Songs vom neuen Album haben es in sich und kommen gut an.

          Bei „Alpenglow“  brüllt die Menge auch das eingängige „We were here“ stark mit und die neue Hymne wird direkt übernommen.

          Die alten Sachen dürfen natürlich nicht fehlen und so wird schon nach kurzer Zeit „She is my Sin“ hinterhergeschickt.

          Bei „The Islander“ wird auch die Bühne dunkel und es wird romantisch. Marco Hietala, Bassist und ab und zu auch Sänger der Band, ruft dazu auf ein Lichtermeer aus Handytaschenlämpchen zu bilden. Es kommt zwar nicht an den klassischen Feuerzeugcharakter heran, aber schön sieht es trotzdem aus und Marcos und Floors Stimme zu Akkustikgitarre und Flötenklang tun ihr übriges. Ein Meer aus Lichtern entsteht und hebt die mystische Stimmung.

          Islander in LyonLichtermeer zu „The Islander“

          Als endlich das gefeierte „Nemo“  gespielt wird geht die Menge mit und Floor kündigt an uns auf eine Zeitreise durch die Nightwish Geschichte zu nehmen, die mit „Stargazers“ auch besonders gekonnt anfängt.

          Dennoch irritieren ab und zu die sehr skurrilen Bilder auf dem Screen im Hintergrund.

          Man sieht tulpenförmige Blechglocken vor bunten Zahnrädern, bei „Storytime“ werden bunte Buchstabenwürfel und ein Kinderkarussel mit sehr klotzigen Pferdchen animiert und zu „Last Ride oft he Day“  fährt man mit einer lilanen Achterbahn.

          Hier wäre weniger doch ein bisschen mehr gewesen.

          Aber bis auf einige der etwas verstörenden Darstellungen bleibt es meist schön kitschig bunt, feurig, fantasymäßig und vage.

          Die Pyrotechnik ist mit vielen Knalleffekten teilweise atemberaubend und hat manchmal auch den positiven Nebeneffekt, dass durch den Feuergeruch die Achseldämpfe der Mitrocker aus der Nase gebrannt werden. Angesichts der Bataclan Geschichte war es auch richtig so effektiv vor zu warnen, da die plötzlichen lauten Knalle in diesem Zusammenhang doch sehr an die Schüsse erinnern, die hier immer noch täglichen in den Nachrichten wiederholt werden.

          Um 23.30 Uhr beenden Nightwish den Abend, den wohl viele noch lange in guter Erinnerung behalten werden.

          Ein tolles Konzert mit einer sehr gut abgestimmten Kombo. Jede der Bands bot sowohl ein packendes Liveerlebnis, als auch jeweils eine spitzenmäßige neue Platte, in die sich die Investition auf jeden Fall lohnen wird, falls man nicht das Glück gehabt haben sollte bei der Tournee dabei gewesen zu sein.

          Setlist Nightwish
          1 Shudder Before the Beautiful
          2 Yours is an empty hope
          3 Ever Dream
          4 She Is My Sin
          5 My Walden
          6 The Islander
          7 Élan
          8 Weak Fantasy
          9 7 Days to the Wolves
          10 Alpenglow
          11 Storytime
          12 Nemo
          13 Stargazers
          14 Sleeping Sun
          15 Ghost Love Score
          16 Last Ride of the Day
          17 The Greatest Show on Earth

           

            Wacken Foundation versteigert Bambusfahrrad

            Die Wacken Foundation versteigert zusammen mit dem Yonso Projektes ein my Boo Bambusfahrrad im Wacken-Design bei ebay. my Boo war auch auf dem Wacken Open Air 2014 mit fünf der Fahrrädern im Wacken Design präsent. Es hat laut der Stiftung einen Wert von 2350 Euro. Also bietet fleißig mit unterstützt die Arbeit der Stiftung und des Projektes (jeweils zur Hälfte). Vom Donnerstag den 4. Dezember bis zum 14. um 18:00 Uhr könnt ihr bieten.

            Das Rad wurde auf dem Festival von einigen Künstlern signiert. So hinterließen Doro, Any Given Day, Motorjesus, Tankard, Mayhemic Destructor und Cruor von „Endstille“ sowie Bülent Ceylan, Profane Omen, Finntroll, Alpha Tiger, Hatesphere, Beyond the Black, Tankard und Mambo Kurt ihren Schriftzug auf dem Rad.

            Update

            Durch die Versteigerung kamen (immerhin) 1.645,00 Euro zusammen.