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DIE METAL HAMMER AWARDS 2017 – TEIL 2

Unsere Gwen hat euch ja schon über die bisherigen Preisverleihungen und die großartigen Auftritte von Oversense und Orden Ogan berichtet. Doch nach knapp zwei Stunden war die selbsternannte „härteste Preisverleihung des Jahres“ noch lange nicht vorbei.

Nachdem Orden Ogan schon bei einigen für Nackenschmerzen gesorgt haben, konnte man sich bei den letzten beiden Verleihungen noch einmal bei einem kühlen Bierchen kurz entspannen. Die letzten Preise an diesem Abend wurden in den Kategorien Beste Deutsche Band, Riffgott und Legende vergeben. Ersterer ging an die Ruhrpott Thrash-Titanen Sodom.  Die 1981 in Gelsenkirchen gegründete Band veröffentlichte 2016 ihr Album „Decision Day„, womit sie ihre Mitgliedschaft bei den Big Teutonic Four deutlich  zementiert haben.  Dem umtriebigen Virtuosen Gus wurde der Preis  Riffgott verliehen. Bekannt wurde Gus G als Axtmann bei keinem geringeren als Ozzy Osbourne (sic!), spielte aber auch bei weniger „bekannten“ Bands wie Arch Enememy, Mystic Prophecy, Firewind, Dream Evil und Nightrage. Der

Preis für die Legende ging an Mark „Barney“ Greenway. Er wurde absolut gerechtfertigt für

seine Tätigkeit als Frontshouter der Death Metal/Grindcore Urgesteine Napalm Death geehrt, welche er schon seit 28 Jahren anführt. Daneben war er aber auch noch Gründungsmitglied der legendären Benediction, welche er 1990 für Napalm Death verlassen hat.

Danach wurde es aber nochmal richtig heiß. In Extremo betraten die Bühne und läuteten damit den Abschluss des Abends ein. Für In Extremo, die schon seit 1995 gefühlt alle Bühnen Deutschlands abgefackelt haben, war es ein ganz besonderer Abend. Das hatte nicht nur damit zu tun, dass die Location der Kulturbrauerei keine Pyrotechnik zulässt. Nein, an diesem Tag feierten sie die Veröffentlichung ihres neuesten Compilation „40 wahre Lieder – The Best Of„, mit der sie voller Stolz auf ihre 22 jährige Karrierezurückblicken. Aus diesem Grund spielten In Extremo ein intimes Fest für und mit ihren Fans und haben bewiesen, dass es egal ist, wie groß die Bühne ist – bei einem Konzert der sieben Spielmänner kommt jeder ins Schwitzen. Mit neuen und alten Hits, wie Störtebeker, Vollmond, Quid Pro Quo oder dem Spielmannsfluch lud man zum mitgrölen ein. Bei Sternhagelvoll geriet das Publikum sogar ins fröhliche Schunkeln. Nach knapp einer Stunde war dann aber auch Schluss mit der eigenen kleinen Releaseshow und damit auch den Metal Hammer Awards 2017. Am Ende kann man sagen, dass In Extremo vollkommen zurecht an diesem Abend den Preis für die Beste Live Band erhalten haben.

 

    Die Gods of Violence mal ganz privat! Kreator zerstörten am 26. Januar das Musik und Frieden in Berlin

    Wie die meisten von euch bestimmt schon mitbekommen haben sollten meldeten sich Kreator schon vor einer ganzen Weile mit einem neuen Brett von einem Album zurück. Doch bevor die Essener mit Gods of Violence ihr neuestes Infernal über uns Unwürdige ergossen haben, beehrten sie die Berliner Szene mit einem kleinen Konzert im Musik und Frieden. Klein ist hier nicht untertrieben. Spielen die Jungs um Charakterkopf Mille Petrozza normalerweise in Hallen mit Kapazitäten von über 1000 Personen, so fasst der Musik und Frieden lediglich 200 Stehplätze. Last but not least erscheint nun auch unser Bericht zu diesem einmaligen Ereignis.

    Das Konzert stellte damit also etwas ganz Besonderes dar, dass es so in der Form im Hause Kreator wohl so schnell nicht geben wird. Eine weitere Besonderheit: Die Karten gab es nicht zu kaufen. Nur

    Mille und Sami

    glückliche Gewinner zahlreicher Gewinnspiele hatten die Möglichkeit bekommen, Mille und Co. ganz nah zu sein. Auch wir waren hautnah dabei. Mit etwas Glück konnten wir dem Spektakel aus der ersten Reihe beiwohnen, weswegen man wahrlich von „hautnah“ sprechen kann (es gibt im Musik und Frieden keine Absperrung zwischen Bühne und Publikum). Kreator zum Anfassen quasi.

    Die glücklichen Fans erschienen zahlreich und obwohl keine Vorband spielte war die Stimmung mehr als ausgelassen, als Kreator endlich die Bühne stürmten. Und was für einen Sturm sie entfacht haben. Man

    sollte meinen, dass sie nach über 30 Jahren Bühnenerfahrung langsam von Gas gehen würden, doch Pustekuchen. Mille und seine Mannen waren mehr als gut aufgelegt und spielten, als wären sie noch Mitte Zwanzig. Mille wusste die Fans mit „Kreuzberg! Totale Zerstörung“ einzuheizen und schnell wurde das kleine Musik und Frieden zu einem einzigen Moshpit.

    Sami Yli-Sirniö

    Das Konzert war die Release Show für ihr neues Album, weswegen in der Setlist auch größtenteils neue Songs enthalten waren, die hier ihre Livepremieren feierten. Davon ließen sich aber selbst die älteren Fans nicht unterkriegen und feierten die Songs genauso, wie die Klassiker. Besonders hervorzuheben ist ‚Satan is Real‘, welches wohl schon sehr schnell zu einem Live-Klassiker avancieren dürfte. Natürlich durften Klassiker, wie ‚Phantom Antichrist‘ oder ‚Hordes of Chaos‘ auch nicht fehlen.

    Nach nur einer Stunde war dann aber auch leider wie

    Näher geht nicht

    der Schluss und Kreator entließen die Fans, leider ohne eine Zugabe und ohne abschließende Worte, in die kalte Kreuzberger Nacht. Doch gefroren hat an diesem Abend bestimmt keiner. Mit einem breiten Grinsen und einem Plektrum von Mille in der Tasche verabschiedeten wir uns aufs erste vom muffigen Musik und Frieden

     

    PS: Wer schon immer mal wissen wollte, wie Milles Haare riechen: fruchtig mild 😉

     

    Setlist:

    Hordes of Chaos

    Satan is Real

    Gods of Violence

    People of the Lie

    Total Death

    Phantom Antichrist

    Fallen Brother

    Enemy of God

    From Flood into Fire

    World War Now

    Hail tot he Hordes