Metal Hammer Awards 2016

Die Oscarverleihung des Metal

Am Freitag den 16. September 2016 war es mal  wieder soweit:

Im Berliner Kesselhaus wurden die Metal Hammer Awards 2016 vergeben. Der schwarze Teppich wurde ausgerollt und ein Abend mit Stars und Sternchen der dunklen Szene, mitreißenden Konzerten und sogar einem Album Release konnte beginnen.

Schon eine ganze Weile vorher war die Veranstaltung ausverkauft, eigentlich war unser Plan nur am schwarzen Teppich zu stehen und ein paar Bilder und Autogramme abzugreifen, aber durch eine glückliche Fügung konnten wir über die Facebook-Gruppe  der Awards noch zwei Karten ergattern und so das Event sowohl am Teppich, als auch im Kesselhaus miterleben.

Seit 2009, anlässlich des 25jährigen Jubiläums des Metal Hammer werden jährlich die Awards vergeben.

Dass sich dieses Event mittlerweile als eine Art kleine Oscarverleihung etabliert hat, zeigen umso mehr ihr heutiger Aufbau, Empfang und Ablauf.

Aktion vor dem Kesselhaus
Aktion vor dem Kesselhaus

Ab 19:30 beschritten die ersten Größen des Metals den Teppich. Von Tom Warrior  von Celtic Frost , über Epica , Bombus , Steel Panther , Udo Dirkschneider, Sinsaenum mit Dragonforce-Bassist Frédéric Leclerq bis hin zu lokalen Leuten vom Blackland  in Berlin und dem Wackenveranstalter Thomas Jensen – hier konnte man einige bekannte sowie auch eher unbekannte Gesichter treffen.

Frédéric Leclerqc
Frédéric Leclerqc

Offizielle Bildergalerie Schwarzer Teppich

Um halb neun wurden dann auch die Schleusen für die Ticketinhaber geöffnet und die Glücklichen hatten die Möglichkeit auch noch Innen ein paar Autogramme und Fotos abzugreifen, denn bevor es vom schwarzen Teppich in den VIP-Bereich ging, gab es hier noch ein kurzes Zusammentreffen, zwischen Fan und Musiker ohne Zaun, was dem ein oder anderen auch noch ein ein bisschen Fotoglück bescherte.

Fotoabgreifen mit Lexxi Foxx
Fotoabgreifen mit Lexxi Foxx

Nun aber genug des Groupie-Daseins und der Fanboy-Manie. Wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier.

Durch den Abend führte kein anderer als Alexx Wesselsky  von Eisbrecher, welcher auch die Veranstaltung bereits im letzten Jahr geleitet hatte.

Mit Witz und viel Charm kündigte der „Checker“ als erste Band des Abends Burden of Life an.

Burden of Life

Burden of Life
Burden of Life

Burden of Life, eine deutsche Kombo aus Regensburg, hatte das Voting für den ersten Auftritt des Abends gewonnen und bekamen die Chance ihr neues Album „In Cycles“ vorzustellen.

Die Band rockte gut. Extrasympathiepunkte sammelte das Darth-Vader-Shirt des Bassisten mit der Aufschrift „Who’s your daddy?“

Danach wurden auch schon die ersten Awards vergeben.  Avatarium  wurde als beste Newcomerband gekürt, welche oben drauf noch eine Flying V dazu bekamen.

Darauf folgte der Preis fürs das beste Debüt-Album, welcher an Abbath für Abbath, (bekannt von Immortal)  ging. Der düstere Norweger weigerte sich für die Preisübergabe sein Bier aus der Hand zugeben…wer würde es auch wagen einem Rocker sein wichtigstes, sein Bier, abzunehmen.

Abbath bedanke sich mit einem etwas komischen Misch aus Shouting-Grunzen und Flüstern ins Mikrofon und zog danach wohl wieder gen Bar, um dort in Ruhe weiter trinken zu können.

Abbath bedankt sich für "Best Debut"
Abbath bedankt sich für „Best Debut“

Nachdem das Drugs nun erfüllt war ging es nun auf der anderen Bühne weiter mit Rock’n Roll, oder besser Thrash Metal. Bombus betraten die Bühne.

Bombus

Bombus rockt das Kesselhaus
Bombus rockt das Kesselhaus

Der gemischte Sound aus mal weicher mal härter, mal schneller mal langsamer wurde zusätzlich durch die sich abwechselnden Sänger beeinflusst und hinterließ insgesamt einen gemischten Eindruck. Der Schlagzeuger lieferte öfter Einschübe gekonnter Drumsolos, was die Menge immer wieder versöhnte, auch wenn der Sound mal etwas strange klang.

Hier war für mich wieder ein zwischenmenschlicher Pluspunkt die Kiddies der Musiker, die mit ihren bunten Pokemon-Kappen und Gehörschutz am Bühnenrand waren und auch schon auf dem schwarzen Teppich die Leute mitbegeistert hatten.

Education gone heavy metal.

Weiter ging es mit den Preisen. Für das beste Album nahm ihn Tobias Samett (Avantasia) für „Ghostlight“  entgegen, wobei hier einige Pain-Fans empört aufstießen.

Best Metal Anthem wurde „As We Shall Conquer“  von Dark Funeral  und Lacuna Coil  wartete als beste Internationale Band auf.

Im Anschluss an die Vergebung des „Legenden“ Preises erwarteten viele schon Udo Dirkschneider, hatte man den ehemaligen Accept-Musiker doch vorher schon am schwarzen Teppich vorbeirauschen sehen, aber als dann Lemmy  als nominierter genannt wurde, war klar, wer hier geehrt werden sollte.

Ehemaliger Motörhead-Gitarrist Phil Campbell  nahm mit einer Träne im Auge den Preis für Lemmy entgegen und bedankte sich vor allem nochmal bei Deutschland und dem großen Motörhead-Fantum.

Mittlerweile stand auf der Bühne Sodom in den Startlöchern und lieferten eine astreine Show.

Sodom

Sodom sodomized!
Sodom sodomized!

Mit kleinen humoristischen Einschüben, wie „Surfin‘ Bird“ gab es neben dem harten Sound auch was zu lachen und lockerte das nun immer länger werdende Set ein bisschen auf.

Am Ende waren wir in jedem Fall sodomized.

Anschließend ging es an weitere Preise. Bei beste Liveband sah man die seit 2009 bekannten und gefeierten Steel Panther  schon in den Startlöchern, diesmal nur Vertreten von Lexxi Foxx und Michael Starr. Sie bedankten sich beim Publikum, bei Deutschland, aber vor allem natürlich bei ihrem Stylisten „…und ach ja…wir haben ja noch andere Jungs in der Band…wie heißen die nochmal?“ Hier versprühte die beste Liveband mal wieder ihren Charm.

Steel Pnather stauben den Award für die beste Liveband ab.
Steel Panther stauben den Award für die beste Liveband ab.

Als beste deutsche Band wurde Kreator gewählt, die sich ja nun mittlerweile seit mehr als 30 Jahren einen Namen in der Szene gemacht hat.

Phil Campbell schaffte es glatt ein zweites Mal auf die Bühne, diesmal sogar mit seinem eigenen Preis als „God of Riffs“ oder auch bester Gitarrist.

Die letzte Kategorie, Maximum Metal, was einem bei der Bezeichnung noch immer ein wenig Rätsel aufgab, erklärten Alexx und Thorsten Zahn  (Redakteur von Metal Hammer) als einen Preis für die herrausragendste Persönlichkeit, die etwas im Metal geleistet habe.

Nun war endlich Udo Dirkschneider an der Reihe, aber als er dann endgültig angekündigt wurde, sah man in den oberen VIP-Rängen auch nur Kopfschütteln.

Die Persönlichkeit des Jahres hatte sich anscheinend schon vom Acker gemacht.

Zahn und Wesselsky versuchten diese Peinlichkeit noch ein bisschen zu überspielen, aber längst achtete keiner mehr auf sie, denn neben an war der Aufbau bereits fertig und die Instrumente wurden angetestet für den großen Auftitt von Heaven Shall Burn , welche heute ihr Neues Album „Wanderer“ präsentieren sollten.

Heaven Shall Burn

Um fast exakt 0 Uhr war es dann soweit. Über die Bühne waberte roter Nebel, aus welchem sich Markus Bischoff zu den Introklängen erhob…

Noch war sein Hemd trocken, aber das sollte sich schnell ändern.

Mit „Nothing – Just Nothing…“ eröffnete Endzeit  das Konzert und das Kesselhaus kochte.

Ab dem dritten Song klebte Bischoffs Hemd schon klatschnass an seinem Körper, mit soviel Inbrunst brüllte er ins Mikro und die Fans gingen mit.

Heaven Shall Burn
Heaven Shall Burn

Auch die Sachen vom neuen Album kamen gut an… bei „They Shall not Pass“ bildete sich im Kesselhaus Circlepit, der fast den gesamten Innenraum füllte. In der ersten Reihe neben mir klappte sogar ein Mädel zusammen.

Alle paar Songs gab Bischoff die Chance einer kurzen Atempause, die wohl anscheinend auch nötig war.

Zwar hatten wir bereits drei Konzerte gehabt, aber das Finale nun übertrumpfte alles zehnfach. Circle- und Moshpit, Crowdsurfer und Headbanger, alles war vertreten und keiner kam ohne Schweiß aus dem Kesselhaus heraus.

Als die Menge nach einer Zugabe lechzte wurde noch einmal mit tiefster Inbrunst „Black Tears“ zum besten gegeben und hier gab jeder seine letzten Reserven.

Auf der Aftershow-Party draußen konnte man sich dann noch mit dem ein oder anderen länger unterhalten und gegen zwei Uhr morgens traten wir dann strahlend unseren Rückweg an.

Viel gelungener hätte der Abend nicht werden können. Man kam seinen Idolen ganz Nahe, hatte teilweise Zeit für einen Plausch und konnte dazu noch vier geniale Konzerte und ein exclusives neues Album abgreifen.

Ein sehr empfehlenswertes Event!

 

Live Bildergalerie

Das sind die Gewinner der Metal Hammer Awards 2016:

Bildergalerie der Gewinner

Up & Coming: Avatarium

Best Debut: ABBATH  (Abbath )

Best Album: GHOSTLIGHTS  (Avantasia)

Metal Anthem: Dark Funeral – ‚As One We Shall Conquer

Best International Band: Lacuna Coil

Legend: Lemmy  (Motörhead)

Best Live Band: Steel Panther

Best German Band: Kreator

God Of Riffs: Phil Campbell

Maximum Metal: Udo Dirkschneider

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