Metal Battle Luxembourg – 19.03.2016 Kufa, Esch sûr Alzette

Uns wurde eine riesengrosse Ehre zuteil: wir waren als Juroren zum Metal Battle Luxembourg eingeladen. – Was für ein Spass!

Durch unsere Berichte waren wir ja bereits mit den meisten Details vertraut, dennoch waren wir aufgeregt und fasziniert.

Die Organisation, die Freundlichkeit und vor allem die Qualität der Finalisten beim Metal Battle in der Kulturfabrik hatten wir so nicht erwartet. Ein grosses Kompliment an dieser Stelle an die Promoter für die Bandauswahl.

Gewonnen hat am Ende Miles to Perdition – was zeitweise gar nicht so klar ausgesehen hat. Denn eigentlich lief der Auftritt komplett anders ab als es Band, Publikum und Jury erwartet hatten: die Band spielte aufgrund mehrerer technischen Probleme (gerissene Saite der einen, Probleme mit den Strap-Locks der anderen Gitarre) teilweise nur mit einem Gitarristen. Doch statt sich dadurch aus der Ruhe bringen zu lassen spielte die Band hochprofessionell ihr Set weiter bis die zweite Gitarre bereit war. Und als es soweit war (mitten im vorletzten Song!!!), wurde plötzlich eine Klangwand aufgefahren die Miles to Perdition sofort klar nach vorne katapultierte. Herzlichen Glückwunsch.

Miles To Perdition
Miles To Perdition

Aber der Reihe nach. Durch die grandiose Verkehrsführung in Luxemburg brauchten wir unseren knapp 2 Stunden Puffer für die Anreise komplett auf. Endlich angekommen ging es auch direkt in die Jury Vorbesprechung. Wir diskutierten noch einmal in Kürze das Votingverfahren und die Verschwiegenheit der Jury. Danach ging es auch schon bald zur Sache. Wir hatten nur sechs Bands innerhalb von drei Stunden zu bewerten.

20160319_203607
Heaven’s Scum

Genau das hatten wir allerdings ebenfalls gnadenlos unterschätzt. Wir hatten es uns beileibe nicht so schwer vorgestellt, eine Band und deren Auftritt objektiv zu bewerten. Und dann das sechs mal hintereinander… Man achtet auf so viele Dinge mehr, als wenn man einfach nur genießt. Passt die eine Gitarre zu der anderen? Wie ist das Songwriting und Struktur? Wie professionell tritt die Band auf? Und… und… und…

Feradur
Feradur

Aber auch hier können wir für die professionelle und sehr faire Art mit der die abschliessende Bewertungsrunde und Diskussion stattgefunden hat eine Lanze brechen. Es wurde wahrlich der beste Auftritt gesucht anstatt die einzelnen Fehler der Bands herauszufinden oder darüber zu diskutieren was bei wem falsch gelaufen ist.

Elysian Gates
Elyisan Gates

Wie eingangs bereits erwähnt waren alle Bands großartig und musikalisch vom Feinsten. Wie in unserer Bandvorstellung auch bereits erwähnt war auch für fast jeden Metal-Fan etwas dabei. Das einzige was an diesem grandiosen Event persönlich etwas negativ aufgefallen ist war der Pit einiger „Fans“: eine Mischung aus Capoeira und Bewerbung für den Ministry of silly walks-Award, auch Violent Dancing genannt. Dadurch war der Platz vor der Bühne belegt und alle Versuche der jeweiligen Frontmänner und -Frauen, das Publikum enger und weiter nach vorne zu bekommen waren per se zum Scheitern verurteilt. Vielleicht liegt es an dem Generationenunterschied dass wir irgendwie dem so gar nichts abgewinnen können… oder wir hören einfach die falsche Musik 😉

20160319_222442
Another from Above

Während die Jury sich zurückzog um die Entscheidung zu treffen gab es noch einen amtlichen Arschtritt (den wir selbstredend leider verpasst haben) der Gewinner von 2014: Cosmogon.

Die Entscheidung der Organisatoren, keine „Rangliste“ sondern nur den einen den Gewinner bekannt zu geben finden wir auch eine sehr schöne Geste. Natürlich ist das schwer zu nachzuvollziehen für eine Band die nicht gewonnen hat. Ja, noch nicht einmal weiss, ob sie knapp dran (Platz zwei) oder weit abgeschlagen (Platz sechs) war – aber bei einer generell so hohen Qualität geht es nur noch um Nuancen und Bühnenerfahrung, nicht um gut oder schlecht. Daher an alle anderen Bands: macht weiter so! Ihr habt nicht verloren sondern an Bühnenerfahrung gewonnen. Teilweise sind bei euch Musiker dabei die man locker auf ne ausverkaufte Stadionbühne stellen kann.

20160320_004253
Gut gefüllte Kulturfabrik

Vielen lieben Dank nochmals an Jeannot und Dirk für die Einladung und die großartige Erfahrung.

Und an Miles to Perdition: See you in Wacken!!!!

PS: Sorry an Soulhenge, eure Bilder sind leider nichts geworden. Falls ihr oder jemand anderes Fotos vom Soulhenge-Gig hat die wir verwenden dürften wäre wir sehr dankbar… Immer her damit.

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.