W:O:A Metal Battle – Hinter den Kulissen (1/3)

Wie man als fleißiger Leser unserer Berichte vielleicht schon erkannt hat sind wir sehr an den Metal Battles im Rahmen des Wacken Open Airs interessiert.

Am 16. Mai diesen Jahres begab es sich durch eine glückliche Fügung, dass wir auf einer Bustour  zum AC/DC-Konzert in Hockenheim einen der Promoter des Metal Battle Luxemburg trafen und dieser sofort in ein Interview einwilligte.

Da die Terminfindung für ein solches Interview allerdings schwerer war als angenommen kam noch die zweite Hälfte des Promoter-Teams ins Boot und wir hatten so die Möglichkeit sehr, sehr viel über das Metal Battle im Allgemeinen und das Battle Luxemburg im Speziellen zu erfahren.

In unserem ersten Teil der Serie W:O:A Metal Battle – Hinter den Kulissen möchten wir euch gerne zunächst unsere Interviewpartner Dirk und Jeannot  vorstellen, welche sich insgesamt enorm viel Zeit nahmen unsere Fragen enthusiastisch zu beantworten.

Dirk Bottländer

Für Dirk war der Einstieg in die Welt des Metal mit zarten zwölf Jahren und einem Slayer-Album schon recht hart. Kurze Zeit später entdeckte er dann mit Anthrax wie vielfältig Metal und Cross-Over sein können und verfiel diesem Genre, was ihn durch intensives Studium der einschlägigen Magazine und Bands letztendlich zu Max Cavalera  (Sepultura/Soulfly/Cavalera Conspiracy) und einer eigenen Cross-Over Band führte.

Wie es sich so ergibt, war er dann in der Band nicht „nur“ Musiker, sondern managte diese auch gleich noch. Dabei kam schnell sein Organisationstalent heraus und der Wunsch nach einer eigenen Promotion-Firma keimte auf. Die Band erreichte dann auch eine gewisse Bekanntheit und nach dem einen oder anderen Gig auf einem Festival kamen plötzlich Konzerte im Benelux-Raum zustande. Mit eben dem Manager, welcher die Band in Benelux vertrat, wurde dann der Wunsch zur eigenen Promotionsfirma in die Realität umgesetzt.

Im Rahmen dieser Tätigkeit dann wurden unter anderem auch Bands gebucht die bei der Firma hinter dem Wacken Metal Battle – ICS – unter Vertrag standen und der damalige Projektleiter des Metal Battles – Enno suchte dann im Jahr 2004 den Kontakt zu Dirk.

Geprägt von schlechten Erfahrungen bei anderen Plattformen für Nachwuchsbands (Emergenza) war dieser jedoch nicht sofort Feuer und Flamme sondern musste erst eindringlich von dem Konzept überzeugt werden. Nachdem ihm aber klar wurde dass beim Metal Battle nicht nur das von den Bands mitgebrachte Publikum sondern eben eine Fachjury aus den teilnehmenden Nationen und Plattenlabels entscheidet, war die Leidenschaft entfacht.

Beim ersten Metal Battle gab es zunächst Vorentscheide die in den einzelnen Bundesländern ausgetragen wurden. Das Saarland konnte hier auf eine relativ große Szene zurückgreifen und allein hier wurde das erste Bundesland-Battle in zwei Vorentscheidungen und einem Finale ausgetragen.

Nachdem sechzehn Einzelwettbewerbe in den Bundesländern sich doch als zu viel erwiesen, wurde Deutschland für das Metal Battle in vier Regionen – Nord, Ost, Süd und West aufgeteilt. Das Saarland ging im Rahmen dieser Umstrukturierung in der Region West (mit Zentrum in Köln) auf. Um das Metal Battle über den Ländergrenzen hinweg bekannt zu machen gab Dirk das Metal Battle Deutschland auf und übernahm den Vorentscheid Luxemburg, wofür er auf einem ereignisreichen Tag im Backstage-Bereich  des Fête de la Musique im Jahre 2007 den perfekten Mitstreiter fand –

Jeannot Hutchinson

Jeannot ist dem Metal bereits sein halbes Leben verfallen – Metal ist sein „Soundtrack des Lebens“. Nachdem er lange Zeit nur Rock hörte, tauchte er dann mit Marduk und Eisregen noch schneller, tiefer und heftiger als Dirk in die Welt des Metals ein. Im Laufe seiner Karriere arbeitete viele Jahre bei verschiedenen luxemburger Radiosendern (unter anderem mit eigener Sendung auf Radio LRB) und organisierte aufgrund des gravierenden Mangels an Konzerten in der Region Luxemburg eigene Metal-Parties: die Metal Manias.

Mit Dirk und Jeannot war nun ein perfektes Team gefunden um das Battle in Luxemburg zu etablieren. Durch seinen unermüdlichen Einsatz, seinen Kontakten und seine Nähe zu den Luxemburgern Bands gepaart mit dem Veranstaltungs-erfahrenen Organisationsguru Dirk konnten sie in den letzten Jahren viele Bands dazu ermutigen am Metal Battle Luxemburg teilzunehmen.

Bei beiden merkt man schon bei den ersten Sätzen ihre Begeisterung für den Metal Nachwuchs und eben auch für das Wacken. Wobei sie beide gerade im Metal Battle Finale auf dem Wacken DIE Chance für die teilnehmenden Bands schlechthin sehen. Auch wenn der Spruch bei allen Events schnell gesagt ist, so gibt es in den Augen von Dirk und Jeannot beim Metal Battle tatsächlich nur Gewinner, auch wenn man nicht auf dem ersten Platz (oder knapp dahinter) gelandet ist. Die Möglichkeit, sich im Rahmen der Battles ein solides Netzwerk zu den Medien- und Labelvertretern sowie Veranstaltern aufzubauen, ist auf dem Holy Ground so einfach wie nirgendwo sonst. Und darauf kommt es letztendlich an, denn die erfolgreichsten Bands sind seit jeher die mit den besten Kontakten.

Was uns auch noch aufgefallen ist: beide werden nicht müde zu betonen wie Fan-zentriert ihrer Meinung nach das W:O:A (geblieben) ist. Jeannot hatte dazu noch eine sehr treffende Bezeichnung für das Festival – Heavy Metal Disneyland, eine Beschreibung der wir voll und ganz zustimmen können.

Es war uns eine große Freude mit beiden über ihre Leidenschaft zu reden.

In unserem nächsten Teil widmen wir uns dem nationalen Vorentscheid des Metal Battle am Beispiel von Luxemburg.

 

 

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