Under the Black Sun

[Festivalbericht] Under the Black Sun 2015

Wir haben dieses Jahr das Under the Black Sun Festival „in the woods outside Berlin“ besucht. Das kleine aber feine Festival der dunklen Seite findet in Börnicke statt (gut 50 km von Berlin Mitte).

Dort hat man sich für die paar Tage dem Schwarz- und Totmetall  verschrieben und es fanden laut Veranstalter 666 Besuchern den Weg in den düsteren Wald.

Lineup

Das hasserfüllte Lineup dieses Jahr bestand aus 25 Bands, verteilt auf drei Tage (2. – 4. Juli). Das ermöglichte es, alle Bands zu sehen – wäre am Freitag nicht durch spontane Umdisponierung und einigen Problemen mit der Technik eine größere Verspätung der dazwischengekommen. Laut Nachfrage beim Veranstalter haben sich insgesamt 6,66 Stunden Verspätung angesammelt 😉

DSC_8899Viele der Bands kamen aus Deutschland und Europa, aber selbst aus Brasilien war eine Gruppe angereist. Einiges davon ist beim hauseigenen Label Folter Records unter Vertrag.

Die meisten Bands überzeugten auf ganzer Linie. Leider war der Ton bei der einen oder anderen Band suboptimal. Die Hitze machte den Job für die FoH Jungs auch nicht unbedingt leichter…

Der Wahlspruch eines Freundes „Je kritzel desto schrubb“ wurde einmal mehr bestätigt (wie man sich auch in unserer UTBS Lineup Vorstellung selbst überzeugen kann) 😉

Atmosphäre

Was uns direkt bei der Ankunft (positiv) auffiel – die allgemeine Sprache auf dem Festival ist Englisch. Die Besucher sind aus allen Ecken der Welt angereist – so z.B. eine Gruppe aus Australien. Dementsprechend durchmischt waren die Jünger der Dunklen Seite. Sehr entspannt war auch, dass kaum Touristen ausgemacht werden konnten – von einigen nicht störenden Eltern von Bandmitgliedern oder zufällig auf dem Reiterhof verweilende Personen mal abgesehen. Aber der sonst von Festivals bekannte Menschenschlag an Schaulustigen ist bei einem solch kleinen und versteckten Festival zum Glück nicht anzutreffen.

DSC_9045Apropos versteckt – die Anfahrt ist eine Geschichte für sich. Da das Gelände mitten im Wald liegt, führt die Anreise über scheinbar nicht mehr benutzte Wege mit Schlaglöchern die vermutlich bereits die DDR gesehen haben. Eine Wegbeschilderung sucht man vergebens – man ist ganz auf sein Navi oder die gute alte Navigation von Hand angewiesen 😉

Was die Stimmung dann doch etwas getrübt hat, waren einige Idioten, die man eben bei jeder Menschenansammlung trifft. So blieb es nicht aus, dass der eine oder andere seinen Spass damit hatte, die Nachbarn mit Helene Fischer oder schlimmeren zu beschallen…

Dafür war sehr angenehm, dass man eigentlich überall ungestört war: keine Security Patrouillen – die Metalheads regeln das schon untereinander. Keine Bühnengräben oder überall Zäune und grimmige Securities. Das funktioniert eben bei einem so überschaubaren Metalfestival sehr gut. Nur bei den Zugängen zu den Bühnen sorgten einige Securites dafür, dass man möglichst keine verbotenen Dinge mit vor die Bühnen schleppt.

DSC_9450Ein kleines Goodie am Rande zu dem perfekten Wetter war die nachts in voller Pracht strahlende schwarze Sonne.

Versorgung

Das man auf einem kleinen Festival ist hat leider auch Nachteile. So sind leider Duschen nicht wirklich vorhanden – und der Abgelegenheit geschuldet – brach selbst die Wasserversorgung am Freitag zusammen…

Die Auswahl an Essen war mit einem Langosch und einem Imbissstand auch sehr überschaubar – auch wenn der Imbiss sehr gutes und günstiges Essen angeboten hat. Wobei die sehr moderaten Bierpreise auch erwähnt werden sollten: 0,4 l Bier (übrigens Hasseröder) kostete erschwingliche 2,50 Euro. Bei einem Becherpfand von 50 Cent. Offiziell wurden übrigens 66,6 Fässer Bier an die durstige Meute ausgeschenkt 😉

DSC_9402Schlecht gelöst war allerdings die Anreise. Konnte man im letzten Jahr noch auf den Campground fahren um auszuladen, so war selbst dies nun nicht mehr möglich. So musste man seinen mitgebrachten Krempel in der Gluthitze zu seinem Plätzchen schleppen. Das traurige daran war nur, dass nicht jeder gleich behandelt wurde: so schafften es etwa ein viertel der Besucher dennoch mit ihren Autos sich zu dem Zeltplatz vorzukämpfen…

Fazit

Trotz kleinerer organisatorischen Mängeln war es ein sehr gelungenes DSC_9696Festival mit sehr guter Musikauswahl. Das schöne Wetter tat natürlich seinen Teil dazu, aber die Musik und Atmosphäre konnte uns begeistern. Weggefegt haben uns die Gigs von Totalselfhatred und Enthroned. Beide lieferten Granaten-Shows ab und versprühten eine ordentliche Portion dunkler Energie.

Wenn es sich irgendwie in unserem Kalender einrichten lässt, werden wir auch das nächste Jahr wieder in die Brandenburgischen Wälder ziehen…

 

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.