AC/DC, Olympiastadion Berlin, 25.06.2015

Zu diesen Herren muss man ja auch einfach mal hin. Ich hätte das schon wieder verpasst, wenn ich nicht dankenswerterweise mit einer Karte versorgt worden wäre. Zum Glück!

Endlich mal wieder im Olympiastadion, schließlich gibt es zu wenige Anlässe da hinzugehen.

Insofern war es schon ein paar Tage her, dass ich das letzte Mal an diesem Ort war – und trotzdem alles wieder gefunden.  Anreise per S-Bahn und dann über den Coubertin-Platz. Da ein Zugang zum Innenraum nur über den Haupteingang am Olympischen Platz möglich war, dann also doch um ein Viertel-Stadion herum. Dazu ein Getränk als Wegzehrung … da bleibt einem gleich einmal die Spucke weg. 0,5l Gerstensaft für 5,-€ ist heftig, für Warsteiner meiner Meinung nach eine Unverschämtheit! Als hätte man eine Wahl, muss man eben doch … Dann noch 2,-€ Pfand obendrauf, immerhin sind Bilder des Hauptacts auf dem Plastikbecher drauf (weswegen man ihn natürlich mit nach Hause nimmt – sehr subtil das Ganze …)

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Dafür ist der majestätische Eintritt in den Inneraum über die große Treppe dafür um so beeindruckender … Das ist schon ein irres Feeling die Treppen hinabzusteigen und diese vielen Menschen zu sehen. Am Fuße angekommen nutzt man aber gleich einmal das nahe liegendste … die Einrichtungen der Firma Dixi.

Der ausgemachte Treffpunkt funktioniert, neues Getränk ist auch da. Gucken wir doch mal die Einheizer an: Vintage Trouble machen einen ordentlichen Job, passt gut zum Anlass. Tauschen würde ich nicht wollen, sind die Herren doch in elden Zwirn gekleidet und leiden aufgrund ihrer Bühnenaction doch ein bisschen unter den Temperaturen …

Für den Hauptact geht es dann weiter nach vorne. Ist in Anbetracht des Publikums nicht wirklich problematisch. Alles recht entspannt und freundlich. Viele Altrocker – und rockerinnen, die nur dann etwas ungehalten reagieren, wenn man versehentlich eines ihrer Küken anrempelt. Der Nachwuchs kriegt nicht nur gezeigt, was wirklich rockt, sondern sie müssen auch die Erinnerungs-Handy-Videos von der Schultern der stolzen Väter mit dem Tränchen im Auge schießen. Die Kids finden das natürlich total spannend, sind voller Begeisterung dabei und finden es total witzig, dass Papis Kumpel schon vor Konzertbeginn zwei Bier zu viel hat.

Dann geht es los, die Videoleinwände kündigen die Ankunft des Starensembles from outer space an. Der Einsteiger ist mit Rock or Bust der Leadtrack des aktuellen Albums und kommt sehr gut an beim Volk. Auch bei den folgenden Stücken bleibt wenig zu Wünschen übrig. Die Herren steigen aufs Gaspedal, wie es das Alter eben noch zulässt. A propos Alter, bei Angus scheint eigentlich nur der Körper zu altern. Am Anfang hat er seine rote Samt-Schuluniform noch komplett an, legt im Laufe der Zeit mehr und mehr davon ab, bis er am Ende mit nacktem Oberkörper seiner Arbeit nachgeht. Das ist zwar nicht besonders schön anzusehen, aber trotzdem schwer beeindruckend wie er in diesem Alter noch abgeht wie ein Hamster, dem man das Fell am Hintern angezündet hat.

Nach dem Einstieg mit zwei neuen Songs unter den ersten fünf (Play Ball ist Nummer 5), geht es an die ersten Kracher wie Thunderstruck, Hells Bells, Baptism by Fire und You Shook Me All Night Long. Auch im weiteren Set lassen sie nichts anbrennen, so dürfen T.N.T., Highway to Hell und For Those About to Rock (We Salute You) nicht fehlen. Und natürlich Let There Be Rock ebensowenig mit dem unvergleichlichen Solo von Angus, inzwischen selbstverständlich oben ohne.

Die Australier spielen ihr Set sehr routiniert herunter und das gemeine Volk nimmt es dankbar und sehr euphorisch an. Sei es die große Glocke vor Hells Bells oder wenn Rosie zu Whole Lotta Rosie überdimensional auf der Bühne erscheint. Dass die Setlist bei dieser Tour bisher bei jedem Konzert gleich war, es also kein individuelles, besonderes Stück an diesem Berliner Sommerabend 2015 gibt, scheint hier die wenigsten zu stören. Dass Brian nicht großartig mit dem Publikum redet, sondern nur dafür sorgt, dass den unverwechselbaren Sound auch eine entsprechende Stimme abrundet, kümmert hier keinen. Gut so – so war es  bei AC/DC vermutlich immer, und so wird es vermutlich immer sein.

Als Fazit bleibt, dass man das unbedingt mal mitgemacht haben muss, sonst kann man einfach nicht mitreden. Auch wenn ein großer Teil des Publikums seit dem letzten AC/DC-Konzert vermutlich keinem Gig mehr beigewohnt haben, so war es doch ein ganz besonderer Abend. Endlich waren bei vielen die Kleinen alt genug, damit sie mitkommen und Mami & Papi mal ganz anders erlebt konnten als sonst. Ein toller Abend, wie immer alles friedlich und hilfsbereit: „Natürlich passt ihr hier noch in die S-Bahn.“

Setlist:

  1. Rock or Bust
  2. Shoot to Thrill
  3. Hell Ain’t a Bad Place to Be
  4. Back in Black
  5. Play Ball
  6. Dirty Deeds Done Dirt Cheap
  7. Thunderstruck
  8. High Voltage
  9. Rock ’n‘ Roll Train
  10. Hells Bells
  11. Baptism by Fire
  12. You Shook Me All Night Long
  13. Sin City
  14. Shot Down in Flames
  15. Have a Drink on Me
  16. T.N.T.
  17. Whole Lotta Rosie
  18. Let There Be Rock
  19. Highway to Hell
  20. For Those About to Rock (We Salute You)

Nachhören und -gucken kann man das Ganze (in nicht ganz so anspruchsvoller Qualität) schließlich noch bei Youtube.

Verdammt, wo habe ich die Becher stehen lassen … ?

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