Helloween – Pumpkins United in München

Wer hätte das gedacht, dass sich die noch lebenden Mitglieder und Ex-Mitglieder von Helloween noch einmal zusammenraufen und unter dem Banner Pumpkins United auf Tour gehen? Das Produkt des gemeinsamen Schaffens konnte der geneigte Fan beispielsweise am 12. November 2017 im Zenith in München begutachten. Auffällig war zunächst einmal die Zeit des Veranstaltungsbeginns: 18:30 Uhr. Seltsam, nirgendwo fand sich ein Hinweis auf eine Vorgruppe… sollten die Fans rechtzeitig zum sonntäglichen Tatort wieder zu Hause sein können, damit sie auch am Montag auf der Arbeit wieder leistungsfähig sein würden?

Screen bei Halloween
Screen bei Halloween

So ganz von der Hand zu weisen war der frühe Termin als Rücksicht auf den Montag nun nicht – sicherlich kein Schaden. So ging es dann um 18:46 Uhr auch gleich fulminant – ohne Vorgruppe – los, kaum dass aus der PA die letzten Takte von Robbie Williams‘ Let Me Entertain You verklungen waren. Der Einstieg mit Halloween schlug entsprechend krachend beim fanatischen Publikum ein. Beim Gesang wechselten sich Michael Kiske und Andi Deris ab, während dahinter Kai Hansen, Michael ‚Weiki‘ Weikath und Sascha Gerstner die Gitarrenabteilung bildeten. Markus Großkopf komplettierte die saitenschlagende Fraktion am Bass, während über allen Daniel ‚Dani‘ Löble hinter seinem Schlagzeug mit insgesamt 6 Basedrums thronte. Auf den Opener folgte mit Dr. Stein gleich der nächste Klassiker – für die nicht ganz so textfesten Gäste dankenswerterweise mit einer Art Lyric-Video auf der Leinwand dahinter begleitet.

Optische Comic-Unterhaltung
Optische Comic-Unterhaltung

Dann gab es die erste Verschnaufpause für die gröhlende Menge, die natürlich niemals die gesanglichen Höhen der beiden Fronter erreichte. Die ließen es sich nicht nehmen, einerseits innige Eintracht zu demonstrieren als auch andererseits auf das Konzert in Stuttgart am vergangenen Abend hinzuweisen. Das Publikum hätte sie dazu angetrieben, 3:02 h zu spielen. Es läge nun natürlich am Münchener Publikum, das zu toppen. Nach Aussage von Besuchern war das Publikum an diesem Abend für Münchener Verhältnisse wirklich sehr euphorisch. Man durfte also gespannt sein.

Nachdem Kiske dann alleine den nächsten Track I’m Alive vortrug und anschließend Deris If I Could Fly übernommen hatte, war auch klar, wie das Konzept für drei Stunden aufgehen können würde. Von den 24 Songs des Abends zeichneten Kiske und Deris jeweils für sechs alleine verantwortlich. Neun übernahmen sie zusammen, zwei weitere durch Hansen alleine. Damit kann man natürlich fast durchgängig drei Stunden lang das Publikum befeuern.

Kiske (li) und Deris (re)
Kiske (li) und Deris (re), im Hintergrund Gerstner (li) und Weikath (re)

Die gesamte Show war in mehrere Blöcke eingeteilt, die durch Comic-Strip-Einspielungen voneinander abgetrennt wurden. Darin alberten zwei Kürbismännlein, Seth und Doc, herum und kramten aus der Historienkiste von Helloween immer weider neue Utensilien hervor. Das war zwar ganz niedlich, hätte es aber nicht wirklich gebraucht. Ansonsten waren die Video-Unterstützungen gut zu den Stücken arrangiert, so dass man staunen konnte, auf wie viele Arten man mit Kürbissen und Schlüsseln herumexperimentieren kann.

Hat der Keeper seine Keys verloren?
Hat der Keeper seine Keys verloren?

Im fünften Block war dann schließlich Walls of Jericho dran. Nach dem Einspieler des Openers der Platte (Happy Happy Halloween …) folgte ein Medley von Starlight, Ride the Sky und Judas . Gesanglich vorgetragen, wie schon erwähnt, von Kai Hansen. Bei allem Respekt, er erreicht nicht ganz die Qualität der beiden anderen Sänger, doch im Sinne der Historientreue passt das schon. Das Publikum war jedenfalls lauthals dabei, ihn zu untersützen. Er ließ dann noch ein krachendes Heavy Metal (Is the Law) folgen, bevor er das Mikro wieder an Hansen und Deris zurückgab.

Walls of Jericho Medley
Walls of Jericho Medley mit den passenden Effekten

Bemerkenswert war sicherlich auch das Drum-Battle zwischen Dani Löble und dem 1995 verstorbenen Gründungsdrummer Ingo Schwichtenberg. Die moderne Technik macht es möglich, dass es sich anhört, als würden wirklich beide gegeneinander antreten – oder, besser gesagt, harmonisch miteinander auf die Felle prügeln. Schön im darauf folgenden Block während des Songs A Little Time die Referenz zu Pink Floyd in Ton und Bild.

Die Setlist lieferte einen hübschen Querschnitt durch fast alle Schaffensperioden, wobei vor allem die alten Klassiker der ersten drei Alben beim Publikum den größten Widerhall fanden. Erstaunlich war allerdings, dass der extra neu eingespielte Track Pumpkins United nicht den Weg ins Set fand. Letzendlich kein Schaden – die Fans vermissten vermutlich nichts.

Gitarrengewitter
Gitarrengewitter: Gerstner (li), Hansen (mi) und Weikath (re)

Mit zwei Zugaben ging es in das große Finale, wo die Herren zunächst mit Eagle Fly Free und Keeper of the Seven Keys und im zweiten Teil dann mit Future World und I Want out noch einmal mächtig aufdrehten. Das Publikum dankte es bis zur letzten Zeile mit enthusiastischem Mitgesang und war nach 178 Minuten glücklich, da reicht beschenkt.

Es war ein gelungener Abend, der mit einem runden Konzept für fast drei Stunden für mächtig Laune sorgte. Bleibt zu wünschen, dass nach dieser Tour die Beteiligten nicht wieder getrennte Wege gehen, sondern sich vielleicht mal wieder im Studio einschließen und ihre geballte Kreativität walten lassen. Das muss nicht die letzte Tour dieser Art gewesen sein.

Großes Finale
Beim großen Finale: Großkopf, Kiske, Deris und Hansen (von links)

Setlist:

  1. Halloween
  2. Dr. Stein
  3. I’m Alive
  4. If I Could Fly
  5. Are You Metal?
  6. Rise and Fall
  7. Waiting for the Thunder
  8. Perfect Gentleman 
  9. Walls of Jericho Medley: Starlight / Ride the Sky / Judas 
  10. Heavy Metal (Is the Law) 
  11. Forever and One (Neverland)
  12. A Tale That Wasn’t Right
  13. I Can
  14. Drum Solo / Ingo Tribute
  15. Livin‘ Ain’t No Crime
  16. A Little Time
  17. Why?
  18. Sole Survivor
  19. Power
  20. How Many Tears

Encore:

  1. Eagle Fly Free
  2. Keeper of the Seven Keys

Encore 2:

  1. Future World
  2. I Want Out

    DIE METAL HAMMER AWARDS 2017 – TEIL 2

    Unsere Gwen hat euch ja schon über die bisherigen Preisverleihungen und die großartigen Auftritte von Oversense und Orden Ogan berichtet. Doch nach knapp zwei Stunden war die selbsternannte „härteste Preisverleihung des Jahres“ noch lange nicht vorbei.

    Nachdem Orden Ogan schon bei einigen für Nackenschmerzen gesorgt haben, konnte man sich bei den letzten beiden Verleihungen noch einmal bei einem kühlen Bierchen kurz entspannen. Die letzten Preise an diesem Abend wurden in den Kategorien Beste Deutsche Band, Riffgott und Legende vergeben. Ersterer ging an die Ruhrpott Thrash-Titanen Sodom.  Die 1981 in Gelsenkirchen gegründete Band veröffentlichte 2016 ihr Album „Decision Day„, womit sie ihre Mitgliedschaft bei den Big Teutonic Four deutlich  zementiert haben.  Dem umtriebigen Virtuosen Gus wurde der Preis  Riffgott verliehen. Bekannt wurde Gus G als Axtmann bei keinem geringeren als Ozzy Osbourne (sic!), spielte aber auch bei weniger „bekannten“ Bands wie Arch Enememy, Mystic Prophecy, Firewind, Dream Evil und Nightrage. Der

    Preis für die Legende ging an Mark „Barney“ Greenway. Er wurde absolut gerechtfertigt für

    seine Tätigkeit als Frontshouter der Death Metal/Grindcore Urgesteine Napalm Death geehrt, welche er schon seit 28 Jahren anführt. Daneben war er aber auch noch Gründungsmitglied der legendären Benediction, welche er 1990 für Napalm Death verlassen hat.

    Danach wurde es aber nochmal richtig heiß. In Extremo betraten die Bühne und läuteten damit den Abschluss des Abends ein. Für In Extremo, die schon seit 1995 gefühlt alle Bühnen Deutschlands abgefackelt haben, war es ein ganz besonderer Abend. Das hatte nicht nur damit zu tun, dass die Location der Kulturbrauerei keine Pyrotechnik zulässt. Nein, an diesem Tag feierten sie die Veröffentlichung ihres neuesten Compilation „40 wahre Lieder – The Best Of„, mit der sie voller Stolz auf ihre 22 jährige Karrierezurückblicken. Aus diesem Grund spielten In Extremo ein intimes Fest für und mit ihren Fans und haben bewiesen, dass es egal ist, wie groß die Bühne ist – bei einem Konzert der sieben Spielmänner kommt jeder ins Schwitzen. Mit neuen und alten Hits, wie Störtebeker, Vollmond, Quid Pro Quo oder dem Spielmannsfluch lud man zum mitgrölen ein. Bei Sternhagelvoll geriet das Publikum sogar ins fröhliche Schunkeln. Nach knapp einer Stunde war dann aber auch Schluss mit der eigenen kleinen Releaseshow und damit auch den Metal Hammer Awards 2017. Am Ende kann man sagen, dass In Extremo vollkommen zurecht an diesem Abend den Preis für die Beste Live Band erhalten haben.

     

      Die Metal Hammer Awards 2017 – Teil 1

      Am Freitag den 15. September 2017 war es mal  wieder soweit:

      Im Berliner Kesselhaus wurden die Metal Hammer Awards  vergeben. Der schwarze Teppich wurde ausgerollt und ein Abend mit würdigen Preisverleihungen und mitreißenden Konzerten konnte beginnen.

      Dieses Jahr war euer Metal Circle-Team auch mit einer Presseakkreditierung und Fotopass vertreten und kann euch dieses Jahr qualitativere  Fotos liefern als unser kleiner Fanbericht vom letzten Jahr.

      Die Metal Hammer Awards sind schon ein besonderes und irgendwie auch recht ungewöhnliches Event. Die seit 2009 jährlich stattfindende Vergabe der Awards hat sich mittlerweile, als eine Art kleine Oscarverleihung etabliert und weist hier doch anfangs auch ziemliche Parallelen zu einer Echo-Verleihung auf.

      Vor dem Eingang des Kesselhauses ist der schwarze Teppich ausgerollt und mit einer Absperrung werden hier Fans und Musiker zumindest für den Moment getrennt.

      Davor stehen nämlich rund um die Kulturbrauerei auch einige Bierbuden und so ist es möglich hier schon mal mit den Mitgliedern von Dool oder Orden Ogan ein Bierchen zu zischen und zu quatschen. Vorausgesetzt man erkennt diese und traut sich auf die Musiker zuzutreten. Das mit dem Erkennen ist so eine Sache… Klar weiß man wie Sandra Nasic auf der Bühne aussieht, aber wer erkennt denn Henning Rümenapp und Dennis Poschwatta und Stefan Ude losgelöst voneinander dennoch als Guano Apes?

      Oder wer erkennt Powerwolf ohne Schminke…Gut, dass zumindest der Nameless Ghoul von Ghost einigermaßen auffiel.

      Nameless Ghoul (Ghost)

      oder wenn von einer Band nur der Bassist vertreten ist. So war es beispielweise als der große Sabaton-Panzer vorrollte und nur Pär Sundström ausstieg.

      Pär Sundström (Sabaton)

      Doch auch ohne die vollständige Band kann man sich hier freuen mit den Musikern ein bisschen zu klönen und dabei auch das ein oder andere Foto abzugreifen.

      Gwen und Oversense

      Tim und In Extremo

      Nachdem der Großteil der schwarzenSternchen der Metalszene über den Teppich ins Kesselhaus gelangt war ging es drinnen los.

      Kate Kaputto die vor allem als Radiomoderatorin bei ENERGY Berlin bekannt ist, führte mit ein wenig Abwechslung mit Thorsten Zahn dem Chefredakteur des Metal Hammer  durch den Abend.

      Drinnen war es ein bisschen weniger Echo und dafür um einiges mehr Konzert zumindest für die Fanseite.

      Oversense

      Den Abend eröffnete Oversense , welche den Bandcontest um den Supportslot gewonnen hatten. Die jungen Franken machten gute Stimmung und verzauberten mit ihren abwechslungsreichen und sehr stimmungsvollen Stücken.

      Oversense

      Vor allem Freunden von experimentellen Powermetalstücken würde ich empfehlen mal in ihr lohnenswertes Album „Dreamcatcher“ oder in den Neuling „The Storytellerreinzuhorchen.

      Sänger Danny gab stimmlich alles was er hergeben konnte und pushte ordentlich die Stimmung. Oversense waren hier wirklich genial als Opener ausgewählt und machten einen guten Job. Soviel Sympathie und musikalische Stärke verleite dann zumindest mich auch direkt zum Albumkauf. 😉

      Bildergalerie vom Auftritt

      Setlist
      Mackie
      Purgatory
      White Wolf
      When the Undead Rise
      Indian Warrior

      Erste Awardverleihungen

      Dann ging es auch schon an die Verleihung der ersten Awards.

      Kate Kaputto führt durch den Abend.

      Für die Kategorie Up and Coming durfte Thomas Lindberg von At the Gates die Band Night Demon  beglückwünschen.

      Night Demon erhalten den Award für die beste Newcomerband.

      Der Award für die Best Metal Anthem wurde von Samael  an Ghost  für Square Hammers  übergeben.

      Der Nameless Ghoul nimmt den Award für die beste Metalhymne entgegen.

      Der Award für die Beste Liveband durfte Kate Kaputto dann persönlich an eine Größe übergeben, die wir noch am selben Abend Live erleben durften: In Extremo .

      Bei der Verleihung für den Award für die Beste Internationale Band konnten die geehrten Metallica leider nicht persönlich anwesen sein, sendet allerdings zumindest eine kleine Videobotschaft.

      Den Award für Maximum Metal erhielt dieses Jahr kein Künstler sondern ein Festival:

      Das berühmte  Wacken Open Air. So ging der Award an den Wackenveranstalter Holger Hübner.

      Nach dem der erste Block Nominierungen abgearbeitet war konnten die zweite Live Band des Abends die Bühne betreten:

      Orden Ogan

      Die Power- und Folkmetal Kombi hatte sich hier mit dem Bühnenbild extrem Mühe gegeben.

      Es machte den Eindruck als Befände man sich in alten Schützengräben und müsste vor der geballten Kraft der Musik die einem entgegengeschleudert wurde in Deckung gehen.

      Die erfahrene Band bereitete eine gute Show und gaben einige Stücke ihrer neuen Scheibe Gunmen zum Besten.

      Episch und mächtig wie schon im Release Video war auch die gebotene Show.

      Danach ging es auch schon weiter mit den letzten Preisverleihungen des Abends.

      Best Debut  ging an Dool für ihr Debütalbum „Here Now, There Then“.

      Die Niederländerin nahm es mit etwas Humor, dass sie als Newcomer noch recht unbekannt waren wörtlich „I don’t even think that half of the guys know who we are, but we don’t give a shit!“ mit einem schelmischen Grinsen reimte Ryanne noch „We have free Beer and it’s good to be here! 😉“

      Der Award für das Beste Album des Jahres ging hier treffenderweise an die Band, die dieses Album auf den Metal Hammer Awards des letzten Jahres released hatte: Heaven Shall Burn für Wanderer.

      Teil 2

      Es folgten noch drei weitere Kategorien mit starken Laudatoren und natürlich auch den entsprechenende Preisträgern, sowie das großartige Abschließende Konzert von In Extremo.

      Hierauf dürft ihr aber im zweiten Teil unseres Artikels zu den Metal Hammer Awards gespannt sein…

       

      Am Abend der Awards wurde von Metal Hammer zu dem ein Livestream übertragen, der als Aufzeichnung immer noch zugänglich ist. Wer also die verpasste Show noch einmal sehen möchte hat hier erneut die Chance.

        Die Gods of Violence mal ganz privat! Kreator zerstörten am 26. Januar das Musik und Frieden in Berlin

        Wie die meisten von euch bestimmt schon mitbekommen haben sollten meldeten sich Kreator schon vor einer ganzen Weile mit einem neuen Brett von einem Album zurück. Doch bevor die Essener mit Gods of Violence ihr neuestes Infernal über uns Unwürdige ergossen haben, beehrten sie die Berliner Szene mit einem kleinen Konzert im Musik und Frieden. Klein ist hier nicht untertrieben. Spielen die Jungs um Charakterkopf Mille Petrozza normalerweise in Hallen mit Kapazitäten von über 1000 Personen, so fasst der Musik und Frieden lediglich 200 Stehplätze. Last but not least erscheint nun auch unser Bericht zu diesem einmaligen Ereignis.

        Das Konzert stellte damit also etwas ganz Besonderes dar, dass es so in der Form im Hause Kreator wohl so schnell nicht geben wird. Eine weitere Besonderheit: Die Karten gab es nicht zu kaufen. Nur

        Mille und Sami

        glückliche Gewinner zahlreicher Gewinnspiele hatten die Möglichkeit bekommen, Mille und Co. ganz nah zu sein. Auch wir waren hautnah dabei. Mit etwas Glück konnten wir dem Spektakel aus der ersten Reihe beiwohnen, weswegen man wahrlich von „hautnah“ sprechen kann (es gibt im Musik und Frieden keine Absperrung zwischen Bühne und Publikum). Kreator zum Anfassen quasi.

        Die glücklichen Fans erschienen zahlreich und obwohl keine Vorband spielte war die Stimmung mehr als ausgelassen, als Kreator endlich die Bühne stürmten. Und was für einen Sturm sie entfacht haben. Man

        sollte meinen, dass sie nach über 30 Jahren Bühnenerfahrung langsam von Gas gehen würden, doch Pustekuchen. Mille und seine Mannen waren mehr als gut aufgelegt und spielten, als wären sie noch Mitte Zwanzig. Mille wusste die Fans mit „Kreuzberg! Totale Zerstörung“ einzuheizen und schnell wurde das kleine Musik und Frieden zu einem einzigen Moshpit.

        Sami Yli-Sirniö

        Das Konzert war die Release Show für ihr neues Album, weswegen in der Setlist auch größtenteils neue Songs enthalten waren, die hier ihre Livepremieren feierten. Davon ließen sich aber selbst die älteren Fans nicht unterkriegen und feierten die Songs genauso, wie die Klassiker. Besonders hervorzuheben ist ‚Satan is Real‘, welches wohl schon sehr schnell zu einem Live-Klassiker avancieren dürfte. Natürlich durften Klassiker, wie ‚Phantom Antichrist‘ oder ‚Hordes of Chaos‘ auch nicht fehlen.

        Nach nur einer Stunde war dann aber auch leider wie

        Näher geht nicht

        der Schluss und Kreator entließen die Fans, leider ohne eine Zugabe und ohne abschließende Worte, in die kalte Kreuzberger Nacht. Doch gefroren hat an diesem Abend bestimmt keiner. Mit einem breiten Grinsen und einem Plektrum von Mille in der Tasche verabschiedeten wir uns aufs erste vom muffigen Musik und Frieden

         

        PS: Wer schon immer mal wissen wollte, wie Milles Haare riechen: fruchtig mild 😉

         

        Setlist:

        Hordes of Chaos

        Satan is Real

        Gods of Violence

        People of the Lie

        Total Death

        Phantom Antichrist

        Fallen Brother

        Enemy of God

        From Flood into Fire

        World War Now

        Hail tot he Hordes

          Chester Bennington – Ein Nachruf

          Wie viele anderen habe auch ich am 20.Juli mit Bestürzung die Meldung entgegengenommen:

          Chester Bennington, bekannter Lead-Sänger der Band Linkin Park wurde im Alter von 41 Jahren am 20. Juli 2017 tot bei sich zu Hause in Palos Verdes Estates in Kalifornien aufgefunden. Dieser Artikel soll sich hier nicht mit den intimen Einzelheiten beschäftigen wie die Umstände waren oder was dazu geführt hat, sondern sollen einfach eine kurze Ehrung seiner musikalischen Hinterlassenschaft und der persönlichen Bedeutung für mich sein.

          Anfänge

          Chester Bennington wurde am 20. März 1976 in Phoenix Arizona geboren. Schon früh entdeckte er seine kreative Seite und nutzte die Musik als Ventil, um schlechte Erlebnisse zu verarbeiten und sich auszudrücken.

          Er war nicht nur Sänger, sondern spielte ebenso Gitarre und Klavier. Wobei er für seine herausstechenden Vocals besonders bekannt war. Er wird als „Screaming Tenor“ beschrieben und hatte eine Range von G2 bis rauf zu G5. Besonders seine Wechsel vom melodisch-melancholischen bis in heftige emotionale Screams machten seine Gesangsparts sehr charakteristisch. Seine Vorbilder waren Bands wie Depeche Mode oder die Stone Temple Pilots.

          Seine Gesangskarriere begann 1993 im Alter von 17 Jahren mit seinem Kumpel Sean Dowdell in dessen Band „Sean  Dowdell and his friends“, die sich noch im selben Jahr in „Grey Daze“ umbenannte. Der Erfolg der beiden Alben war bis auf einen gemeinsamen Song mit B12 in 1997 eher bescheiden und 1998 folgte nach 5 Jahren die Auflösung. In diesem Jahr wechselte Bennington zu Xero die sich daraufhin in Hybrid Theory umbenannten. Die erste in Eigenregie veröffentlichte EP in 1999 hatte leider nicht den gewünschten Erfolg.

          Linkin Park

          2000 wurde mit Warner Music Group ein Verleger gefunden und am 24. Oktober 2000 wurde das erste Album „Hybrid Theory“ der Band nun unter dem Namen „Linkin Park“ veröffentlicht. Es schlug unglaublich ein und wurde 24 Millionen mal verkauft.

          2003 folgte Meteora, 2007 Minutes to Midnight, 2010 A Thousand Suns, 2012 Living Things, 2014 The Hunting Party und 2017 One More Light, sowie diverse Veröffentlichungen von Live Alben.

          Der besondere Sound der Band machte neben dem neuen Mix aus Rap und Metal (Auch Crossover oder Nu Metal genannt). Vor allem der Wechsel zwischen dem Gesang von Chester und den gerappten Parts von Mike Shinoda aus.

          Soloprojekt

          2009 versuchte er einen Start mit seinem Soloprojekt „Dead by Sunrise“ und dem Album Out of Ashes. Der dunklere und nicht von Rap unterbrochene Sound ist jedem Rock und Chester Bennington-Fan sehr zu empfehlen.

          Stone Temple Pilots

          2013 wurde einer von Chesters Jugendträumen wahr und er ersetzte von 2013 bis 2015 Scott Weiland als Sänger der Stone Temple Pilots und nahm mit ihnen das Album High Rise auf.

          Die letzte Tour von Linkin Park zu One More Light konnte aufgrund des Todes von Chester leider nicht mehr stattfinden.

          Persönliches

          Die Musik der Band mag sich mit der Zeit immer weiter vom Metal entfernt haben, aber Chester Intensität, mit welcher er die Musik lebte hat sich gehalten, wie man noch in jüngeren Live Auftritten sehen kann. Er hatte eine unglaubliche Stimme und vor allem eine besondere emotionale Art zu singen, die mitgenommen hat und besonders meine Generation und insbesondere meine Jugend sehr geprägt hat.

          Die innere Zerrissenheit, die man spüren und nachempfinden konnte über innere und äußere Kämpfe, hat einen mitgenommen. Melodische Parts spiegelten die innere Verletzlichkeit und Screams den Kampf, das Verletzt-sein und das Weitermachen.

          One Step Closer, Crawling, In The End, A Place for my Head, Don’t Stay, Somewhere I Belong, Easier to run, Faint, Breaking the Habit, Numb, Given Up, Shadow of the Day…alles Songs die mich und viele andere prägten.

           

          Ein großes Danke von mir, dass es diesen Mann gab und an ihn für was er mir weitergab, ohne dass wir uns je persönlich kannten!

          Quellen:

          Wikipedia Quellen wurden verwendet aber immer gewissenhaft gegengeprüft.

           

          Bild von: http://wallpapercave.com/w/wp1933148

          http://www.imdb.com/name/nm1057933/bio

          http://therangeplace.boards.net/thread/513/chester-bennington

          https://de.wikipedia.org/wiki/Chester_Bennington

          https://de.wikipedia.org/wiki/Grey_Daze

          https://de.wikipedia.org/wiki/Linkin_Park

          https://de.wikipedia.org/wiki/Dead_by_Sunrise

            Heavy Metal Podcasts

            Wer auch oft und über eine längere Zeit im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist und gerne die Zeit mit Hintergrundinformationen aus dem Bereich Heavy Metal überbrücken möchte, für den bietet sich das Format Podcast an.

            Auch wir nutzen dieses Format häufig und daher wollen wir euch unsere Top 10 „Metal Podcasts“ (welche alle leider in englischer Sprache sind) in alphabetischer Reihenfolge vorstellen:

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